Frühe Geschichte Tansanias

Die frühe Geschichte Tansanias ist mangels schriftlicher Zeugnisse schlecht dokumentiert. In Zentraltansania, in der weiteren Region um Dodoma , befinden sich zwei Stätten, die aufzeigen, dass das Inland Tansanias schon lange Zeit, wenn auch nur dünn, besiedelt war.
Bei Kondoa, nördlich von Dodoma, fand man zahlreiche Felsmalereien, die auf ein Alter von 800-3500 Jahre geschätzt werden, die Kolo Rock Paintings. Aufgrund der Motive (viele Wildtiere, Jäger mit Pfeil und Bogen) schreibt man sie den heute nur noch spärlich vertretenen Buschmannvölkern der Hadzabe und Sandawe zu.
Bei Iringa, südlich von Dodoma, befindet sich die Isimilia Stone Age Site. Eine Fundstätte, bei der Unmengen an altsteinzeitlichem Werkzeug (Faustkeile, Speerspitzen, Schaber, diverse Messer und Äxte) gefunden wurde. Es wird angenommen, dass diese Gegenstände vor über 60'000 Jahren gefertigt wurden.

Aufgrund dieser Fundstätten ist anzunehmen, dass zu prähistorischen Zeiten in Tansania Buschmannvölker (Khoisan) siedelten, die infolge klimatischer Veränderungen von anderen Bevölkerungsgruppen soweit verdrängt, respektive in deren Verbände integriert wurden, dass sie heute nur noch wenige tausend sind.

Zur Zeit geht man davon aus, dass zwischen 8000 und 2500 v.Chr. die bis dato noch grüne Sahararegion auszutrocknen und zu versanden begann. Da die Sahara zu dieser Zeit eines der wichtigsten Siedlungszentren in Afrika war, begannen nach der Klimaveränderung ganze Völkerwanderungen.

Um ca. 2000 v.Chr. wanderten aus dem Nordosten Afrikas (vor allem aus Somalia und Äthiopien) kuschitische Stämme in das Gebiet des heutigen Tansanias ein, und siedelten im Norden des Landes. Sie brachten die Rinderzucht mit (Heutige Nachkommen: Burungi, Goroa und Iraqw).

Ab ca. 1000 v.Chr. ereichten auch Bantustämme Tansania. Sie kamen aus den Gebieten des heutigen Kamerun in Westafrika über die Waldgebiete Kongos nach Tansania. Sie liessen sich langsam bei den grossen Seen und an der Küste nieder. Sie betrieben hauptsächlich Ackerbau (Hirse, Sorghum), betätigten sich aber auch als Hirten, wo der Boden nicht genug hergab. Ausserdem beherrschten sie die Kunst der Metallverarbeitung (Heutige Nachkommen: Sukuma, Nymwezi, Chagga und Makonde).

Als letzte Gruppe erreichten auch Niloten aus dem Sudan zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert Tansania . Sie betrieben fast ausschliesslich Rinderzucht (Heutige Nachkommen: Masai und Barabaig).

Man sollte sich diese Einwanderungen aber nicht als Treck von abertausenden von Menschen vorstellen, die zusammen neue Siedlungsgebiete erreichten. Vielmehr waren es kleinere Stammes- oder Familienverbände, die sich nach und nach über längere Zeiträume verteilten. Dies zeigt sich auch an dem Umstand, dass es heute in Tansania ca. 130 Ethnien mit genauso vielen Sprachen gibt.
Diese Einwanderungen sind auch nicht genau belegt, deshalb sollte man die Jahreszahlen nicht als harte Fakten nehmen, sondern als grobe Schätzung der Zeitabläufe.
Pfeil  Impressum | Kontakt

Letzte Änderung: 19.07.2008