Der jahreszeitliche Verlauf der Gnumigration

Die Migration erfolgt Jahr für Jahr über eine ziemlich konstant bleibende Route, und das seit abertausenden von Jahren. Der Verlauf und insbesondere der Zeitpunkt hängt mit den jährlichen Niederschlägen und dem damit verbundenen Graswachstum in der Region zusammen. Die folgende Auflistung des Verlaufes der Migration entspricht einem groben Umriss, kann sich aber zeitlich um Tage oder Wochen nach vorne oder hinten verschieben, je nach den klimatischen Bedingungen im Verlauf des Jahres. Es ist deshalb sehr schwer, eine Reise auf einen bestimmten Zeitpunkt auszurichten. Gute Chancen hat man in den Monaten Februar bis etwa Mai, in denen sich die Herden im Südosten der Serengeti sammeln, oder in den Monaten von Mitte September bis Mitte November in der Masai-Mara in Kenya.

Übersicht nach Monaten

Januar Die Herden konzentrieren sich auf den vom Regen grün gewordenen Kurzgrasebenen im Südosten der Serengeti, der Ngorongoro-Conservation-Area und teilweise des Maswa-Game-Reserves.
Februar Langsam bewegen sich die Gnus in diesem Gebiet im Kreis mit leichter Verlagerung nordwestwärts. Irgendwann im Verlauf des Februars (Zeitspanne ca. Ende Januar bis Mitte März) beginnt das Kalben. Die Gnus befinden sich jetzt in den Ebenen um den Ndutu-See.
März Weiterhin verweilen sie im noch fruchtbaren Gebiet. Es spriesst immer wieder frisches Gras.
April Langsam aber sicher sind auch die fast endlosen Ebenen von tausenden von Tieren überweidet. Der Treck bewegt sich westlich und nördlich in Richtung der Nyaroboro-Hills und Seronera, dem Zentrum der Serengeti. Die offenen Kurzgrassebene weicht jetzt dem hügeligen, bewaldeten Gebiet der Nyaroboro-Hills und der Seronera mit höherem Gras und Galeriewäldern entlang der Flüsse.
Mai Die Herden bewegen sich jetzt gemächlich auf den westlichen Arm der Serengeti zu, den Western Corridor.
Juni Im Verlauf des Juni stossen die Nomaden immer weiter in den wester-corridor vor, bis auch hier die Weiden aufgebraucht sind. Zu diesem Zeitpunkt wenden sich die Tiere nordwärts. Sie überqueren den Grumeti, in dem schon einige hungrige Nilkrokodile freudig auf der Lauer liegen.
Juli Nach der Änderung der Marschroute gen Norden verlassen etliche Teile der Herden die Serengeti. Sie durchqueren das Grumeti- und Ikorongo-Game-Reserve, und erreichen sogar Gebiete, die nicht als Nationalpark oder Wildschutzzone deklariert sind, Zonen in denen Landwirtschaft betrieben wird.
August Der Hauptteil der Migration kommt ganz im Norden wieder in die Serengeti. Unaufhaltsam wälzt sich die Gnulawine auf die kenianische Grenze zu, die die Tiere natürlich nicht im geringsten interessiert und die sie ohne Zollkontrollen passieren.
September  Bevor die unermüdlichen Gnus Kenia erreichen, müssen sie noch auf tansanischem Gebiet die Mara oder den Bologonjafluss überqueren. Unnötig zu erwähnen, dass auch hier die grossen Panzerechsen Weihnachten und Ostern zu diesem Zeitpunkt feiern. Danach sind dann auch schon bald die saftigen Gräser der Masai-Mara erreicht.
Oktober Auch die letzten Nachzügler kommen in Kenia an. Alle fressen sich jetzt ostwärts durch die Masai-Mara.
November Die Richtung ändert sich wieder gen Süden, die Gnus kehren langsam aber stetig Kenia und den abgegrasten Weidegründen den Rücken zu und begeben sich wieder nach Tansania. Ihr Weg Richtung Süden führt sie durch den nördlichen Teil der Serengeti und das Loliondo-Game-Controlled-Area.
Dezember Irgendwann im Dezember erreichen sie wieder die Südserengeti und die Ngorongoro-Conservation-Area und sammeln sich ungefähr Anfang Januar wieder in den Kurzgrassteppen der Ndutu-Region, und für diejenigen, welche die Reise überstanden haben, beginnt der Kreislauf auf der Suche nach frischem Gras und Wasser von Neuem.
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Letzte Änderung: 19.07.2008